Utopie? In Marinaleda lebt man sie schon

Ein Ort ohne Arbeitslose und Obdachlose, in dem Vollbeschäftigung herrscht und jeder ein eigenes Haus besitzt, für das kaum Miete anfällt. Und wo alle ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

Unmöglich. Oder? Das Dorf Marinaleda im Süden Andalusiens lebt diesen Traum. Dort haben die Dorfbewohner mittels Blockaden und Protesten den damaligen Großgrundbesitzer, einen General unter Franco, so weit gebracht, dass er ihnen das Land nach 12 Jahren schließlich verkauft hat. Anschließend gründeten sie eine Genossenschaft, die landwirtschaftliche Erzeugnisse anbaut und in der Dosenfabrik des Dorfes abfüllt und verkauft. Die Genossenschaft erwirtschaftet jährlich fünf Millionen Euro und erzielt dabei einen Gewinn von 3%. Ganz im Sinne der katalonischen Anarchosyndikalisten, die kurz vor dem spanischen Bürgerkrieg die dortigen Fabriken kollektivierten, erhält jeder den gleichen Anteil in Höhe von 1.200 € pro Monat als bedingungsloses Grundeinkommen.

In Marinaleda gibt es keine Obdachlosen. Jeder kann sich ein Haus bauen. Bauland erhalten die Dorfbewohner gratis, das Baumaterial für die Häuser wird durch die Regierung bezuschusst. Die Handwerker und Bauarbeiter bezahlt die Dorfgemeinschaft und restliche Kosten werden mit monatlich 15 € abbezahlt. Der Verkauf der Häuser ist verboten, sie dürfen lediglich vererbt werden.

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